Du bist, wie du mit dir sprichst

Du bist, wie du mit dir sprichst

Berufliche Entwicklung ist keine Frage des Alters – aber der Einstellung.

Psychologinnen der Deutschen Sporthochschule Köln zeigten in einem Experiment, wie sehr die Vorurteile rund um das Altern die Potenziale von Menschen zerstören: Die Forscherinnen baten 40 Lagerarbeiter, die älter als 50 Jahre waren, vor einer Aufgabe eine Art Wörterpuzzle zu lösen. Im Puzzle der einen Gruppe fanden sich viele positive Altersstereotype wie weise, aktiv oder erfahren. Im Puzzle der anderen Gruppe fanden sich negative Stereotype wie langsam oder gebrechlich.

Unser Gehirn übernimmt Voreinstellungen

In der Aufgabe sollten nun beide Gruppen möglichst flott die Inhalte von Paketen mit einer Packliste überprüfen. Das Ergebnis: Die Gruppe, die vorher positive Zuweisungen ans Alter gelesen hatte, packte messbar schneller als die Vergleichsgruppe mit dem negativen Wörterpuzzle. Die Erklärung der Psychologinnen: Worte aktivieren ganze Nervennetze im Gehirn. Und diese „Voreinstellung“ unserer Gedanken – auch Priming genannt – wirkt sich stark auf unser Selbstvertrauen und letztlich auch auf die tatsächliche Leistung aus. Fazit? Wie wir über uns sprechen – oder welche Formulieren in Unternehmen normal sind – beeinflussen stark, wie viel wir uns zutrauen.

Ein neuer Blick muss her

Genau aus diesem Grund ist mein neuer Online-Kurs für Veränderung im Beruf anders als die meisten Kurse. In „Aus dem Vollen schöpfen“ geht es nicht darum „trotz“ unseres Alters neue Möglichkeiten zu finden, wie der Job wieder Sinn und Spaß bringt. Sondern ich unterstütze die Teilnehmenden darin, sich gerade „mit“ ihrer Lebenserfahrung, ihren Stärken, Fähigkeiten und Interessen beruflich neu aufzustellen. Denn darin liegen ungeahnt viele Möglichkeiten für berufliche Entwicklungen – und eine riesengroße Freude und Wertschätzung für sich selbst.

Wie sprichst du mit dir selbst?

Bestimmt haben Sie das selbst schon einmal bemerkt: Bereits wenn wir uns fragen, ob wir für eine berufliche Veränderung wohl schon zu alt sind, raubt uns dies die Kraft. Wir lassen den Gedanken schnell wieder fallen, weil in unseren Gehirn eher Zweifel als Interesse aufblinken. Genauso, wenn wir unsere Unlust und die Nackenschmerzen nach einem langen Tag am PC stereotyp mit den Worten erklären „Ich werde eben älter“. Eigentlich kennen wir dieses Phänomen des Priming. Wir ermutigen Kinder, an sich zu glauben, damit sie nicht vom Baumstamm fallen, über den sie balancieren. Wir sagen zu uns selbst, „du schaffst das!“, wenn schwierige Aufgaben anstehen. Aber in Bezug auf unsere berufliche Entwicklung jenseits der 40 sind wir häufig sehr kritisch. Und so rauben wir uns selbst die Kraft für Veränderung, indem wir uns mit ungünstigen Altersstereotypen „primen“. Viele von uns tun das täglich.

Berufliche Entwicklung – Stereotype lähmen uns

Doch damit bremsen wir uns gerade in Bezug auf unsere berufliche Entwicklung selbst aus. Denn viele Menschen fragen sich mit 40 oder älter, wie es im Beruf weiter gehen könnte. Der Job hat an Reiz verloren oder belastet zu sehr. Interessen kommen zu kurz oder man merkt einfach, dass da eine Neugier ist. Aber viele folgen diesen Impulsen nicht, weil sie annehmen, es sei zu spät. Veränderung zu unsicher. Man selbst einfach zu – alt. Ja genau. Dass damit selbst erfüllende Prophezeiungen eintreten, ist uns meist nicht bewusst.

Schauen Sie auf der Kursseite zum 6-Wochen-Kurs „Aus dem Vollen schöpfen“ vorbei. Da erfahren Sie, wie berufliche Entwicklung gelingt, die Sinn macht.

Ich bin auch neugierig: Was halten Sie von der Idee, dass wir uns selbst schwächen, wenn wir unser Alter als Hindernis sehen? 

Carola Kleinschmidt

Carola Kleinschmidt – Diplombiologin, Autorin, Trainerin. Trainings und Workshops, online & offline zu „Aus dem Vollen schöpfen – berufliche Neuorientierung für Erfahrene“ und „Gesünder arbeiten, besser leben."

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