Check: So erkennen Sie Nachrichten, die Sie lesen – und solche, die Sie in der Krise meiden sollten.

Check: So erkennen Sie Nachrichten, die Sie lesen – und solche, die Sie in der Krise meiden sollten.

Die Nachrichtenflut rund um die Krise kann einen irre machen. Wie schafft man es, sich sinnvoll zu informieren? Indem man die Medien und Artikel gut auswählt, die man konsumiert. Die BBC hat einen Guide für „Gute Kommunikation in Gesundheitskrisen.“ herausgebracht. Eigentlich ist er als Empfehlung für Medienschaffende gedacht. Aber man kann ihn genauso gut als Nutzer lesen – um blitzschnell gute von schlechten Nachrichten zu unterscheiden. Hier der Quick-Check für gute Nachrichten: 

 

Konsequent: Falls in einem Medium unkommentiert das Gegenteil von dem steht, was gestern verbreitet wurde – weg damit! Hier geht es eher um Clickbaiting als um Information. 

 

Lösungsorientiert & positiv: Hilft Ihnen der Artikel weiter? In einer fortgeschrittenen Pandemie brauchen wir vor allem Orientierung und Lösungen für die Probleme, mit denen wir konkret zu tun haben. Sei es homeschooling, Probleme in der Prävention. Artikel, die ausschließlich mit dem Finger auf Missstände zeigen, sind in dieser Phase der Krise nicht hilfreich. Für Medien ist es leicht, Angst und Hysterie zu schüren. Aber sinnvoll ist es nicht.

 

Klar: Ist der Artikel verständlich geschrieben? Wenig geläufige Abkürzungen, Phrasen, komplizierte Begriffe und Jargon – all das disqualifiziert einen Text. 

Genau & vertrauenswürdig: Sind die Informationen im Text genau, nachvollziehbar und vollständig? Ist die Quelle der Zahlen und Fakten seriös? Wenn nicht: Ungelesen weg damit! 

 

Realistisch & praktisch: Gibt der Artikel realistische Tipps? Die Anregung, die Oma einfach ein Jahr lang nicht zu besuchen, ist kein realistischer Rat. Ein Beispiel der BBC: „Wenn die Menschen in der Gemeinschaft Seife haben und diese nicht bekommen können, sagen Sie ihnen nicht, dass sie sich die Hände mit Seife waschen sollen. Finden Sie heraus, was sie stattdessen verwenden können (z.B. Asche) und bieten Sie dies als Option an. Welches sind die einfachen, durchführbaren Maßnahmen, die den Menschen das Gefühl geben, die Krise einigermaßen unter Kontrolle zu haben?“ Auch Informationen zu Helplines, Testdiensten etc. zeichnen einen hilfreichen Artikel aus. Fehlen diese konkreten Hinweise: Weg damit! 

 

Einfühlsam: Ist der Artikel empathisch? Greift er die emotionale Realität der Menschen auf? Abgehobene Belehrungen sind in der Krise überflüssig. 

Engagiert: Weckt der Artikel oder die Sendung Ihr Engagement? Ohne Sie zu langweilen oder Angst zu machen? Artikel, die unsere Ohnmacht auflösen, tun uns gut, machen stark – und die Krise ein Stück weit erträglicher.

Machen Sie mit! Lesen Sie nur noch gute Nachrichten. Lassen Sie sich nicht mehr verwirren oder zusätzlich stressen durch zweifelhafte Informationen. Es ist die Mühe wert. Die BBC stellt fest: „Eine gute kommunikative Reaktion auf einen Gesundheitsnotfall kann den Unterschied ausmachen, ob Dutzende oder Hunderte von Menschen betroffen sind oder Tausende oder Millionen von Menschen.“

 

Quelle:

https://www.communityengagementhub.org/wp-content/uploads/sites/2/2019/12/communicating-in-public-health-emergencies-english-1.pdf

 

Foto: Jeshoots.com über unsplash.com

 

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